Skip to main content

Gang: "Waidgerechte Jagd statt rücksichtsloser Dezimierung!"

Jagdsprecher der FPÖ, LAbg. Bgm. Andreas Gang, fordert sofortiges Umdenken bei den Österreichischen Bundesforsten

„Mit großer Bestürzung und Empörung nehme ich den Rücktritt des Bezirksjägermeisters Michael Lamprecht zur Kenntnis. Er hat mit sofortiger Wirkung den Vorsitz der Hegegemeinschaft niedergelegt. Der Grund dafür liegt klar auf der Hand: Die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) haben mit 1. April eine Genehmigung erhalten, die den waidgerechten Grundsätzen der Jagd massiv widerspricht. Und nein, das ist kein Aprilscherz. Ohne jegliche Verpflichtung zur Ansprechung des Wildes wurde ein Freibrief zum Abschuss von 50 Stück Rotwild erteilt – obwohl der Jagdbeirat mehrheitlich dagegen war. Bereits am dritten Tag lagen die ersten erlegten Hirsche mit Bast im Schnee!“, kritisiert der Tiroler FPÖ LAbg. und Jagdsprecher Bgm. Andreas Gang.

„Die Jäger der ÖBF nutzen die aktuellen Schneeverhältnisse in Brandenberg schamlos aus, indem sie den Spuren folgen und das Wild ohne weidgerechte Selektion erlegen. Bereits am 04.11.2024 wurde um den Klassenlosen Abschuss lt. %52 von 50 Hirschen angesucht. Dieser Umgang mit unserem Wildbestand ist keinesfalls waidgerecht und entspricht nicht den Grundsätzen der Tiroler Jagd! Die ÖBF haben es in den vergangenen Jahren verabsäumt, ihre Abschusspläne ordnungsgemäß zu erfüllen, und nun wird radikal eingegriffen – und das ausgerechnet in der Schonzeit! Während sich andere Jäger strikt an weidmännische Regeln halten, werden die Jäger der ÖBF dazu angehalten, versäumte Abschüsse auf fragwürdige Weise nachzuholen. Jeder andere Jäger muss das Wild in der gesetzlich vorgegebenen Abschusszeit ansprechen, Verstöße werden geahndet. Doch seit dem 1. April genießen die ÖBF eine beispiellose Sonderbehandlung: Sie dürfen erlegen, was ihnen vor die Flinte kommt“, erklärt Gang.

„Diese dramatische Entwicklung hatte bereits erste personelle Konsequenzen: Der Bezirksjägermeister und Mitglied des Jagdbeirates hat als Reaktion auf diese skandalöse Entscheidung seinen Vorsitz in der Hegegemeinschaft mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Seine Entscheidung zeigt, wie sehr diese Maßnahmen auch innerhalb der jagdlichen Gemeinschaft auf Ablehnung stoßen. Darüber hinaus ist nicht zu das Tierwohl in Gefahr, sondern es wird auch vernachlässiget, dass geweihtragendes Rotwild einen erheblichen wirtschaftlichen Wert besitzt. Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten von Bund und Ländern ist es umso erstaunlicher, dass diesem fragwürdigen Umgang mit Bundesvermögen so wenig Beachtung geschenkt wird. Es stellt sich die Frage: Wem nützt diese Art der Jagd wirklich?“, so Gang.

„Die ÖBF haben in der Vergangenheit wiederholt bewiesen, dass sie die Grundsätze waidgerechter Jagd missachten. Man erinnere sich nur an den Fall in Gerlos im letzten Jahr, als Jäger mit Helikoptern oberhalb der Baumgrenze eingeflogen wurden, um das Wild zu erlegen. In Brandenberg wird nach meinen Informationen das Wild direkt in seinem Einstand und auf den Wegen zu den Fütterungen von den ÖBF-Jägern erlegt. Solche Methoden treiben das Wild immer weiter in den Wald, was zu vermehrtem Verbiss führt – ein Problem, das die ÖBF dann wiederum als Vorwand für noch drastischere Abschussgenehmigungen nutzen“, präzisiert Gang.

„Ich schließe mich als Jagdsprecher der Entscheidung des Bezirksjägermeisters an: Jagd muss weidmännisch bleiben, und der Jäger muss Verantwortung für das Wild tragen. Zustände wie in Kaisers oder Gerlos dürfen sich nicht wiederholen – nicht in Tirol, nicht im Unterland und nicht anderswo in Österreich!“, so LAbg. Gang abschließend.

© 2025 Freiheitliche Partei Österreichs. Alle Rechte vorbehalten.